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Kartause von Valldemossa – historisches Kloster auf Mallorca

Wer touristisch in Palma de Mallorca unterwegs ist, sollte von der Hauptstadt aus einen Abstecher in die nahe gelegenen Berge einplanen. Valldemossa liegt etwa 18 Kilometer nördlich der Hauptstadt Palma auf einer Höhe von 420 Metern. Wie auf dem Foto von Joe Frisino zu sehen ist, liegt es idyllisch an malerischen Berghängen. Trotz der erfrischenden Mandelblüte, die den mallorcinischen Frühling auszeichnet, sticht die jahrhundertealte Geschichte des Bergdorfes sofort ins Auge. Ist doch die bekannte Kartause, mitsamt der angeschlossenen Kirche, schon von weitem zu sehen.

Eine geführte Besichtigung von Kirche, Schloss und Chopin Museum wird von den Reiseveranstaltern angeboten, wir selbst haben dies über TUI wahrgenommen.

Das Kloster – Kartause von Valldemossa

Die königliche Kartause Jesus von Nazareth wurde 1399 auf Anregung des Königs Martin von Aragon (der Gütige) gegründet. Dieser überliess den Palast den Mönchen. Man kennt ihn heute unter dem Namen „Palast des Königs Sancho“, weil dieser ihn bauen liess. Von 1399 bis 1767 bewohnten die Mönche nur diesen alten Bau, später bezogen sie auch den neuen Teil mit Kirche, Kreuzgang und Zellen. Im Jahr 1835 wurden alle kirchlichen Güter beschlagnahmt, die religiösen Orden aufgelöst und die Mönchen vertrieben. Von da an wurde das Kloster nie mehr von Mönchen bewohnt. Der Staat verkaufte die Gebäude und die einzelnen Zellen an Privatpersonen. Aus diesem Grund konnten Chopin und George Sand hier im Winter von 1838-1839 zwei Zellen anmieten. Noch heute ist jede Zelle Privateigentum. Einige sind zu Museen, andere zu Sommerwohnungen eingerichtet worden. Die Kirche gehört der Diözese Mallorca.

Trotz dieses nur kurzen Aufenthaltes der beiden Berühmtheiten besuchen heute jährlich weit mehr als 100.000 Touristen das Dorf, nicht zuletzt um die Räumlichkeiten zu besichtigen, in denen Chopin und Sand gelebt haben. Das ehemalige Kloster ist für Besucher umgebaut: Es werden typische mallorquinische Gegenstände und „Chopin-Reliquien“ ausgestellt.

Chopin Portrait Kartause ValldemossaValldemossa ist außerdem Geburtsort der Catalina Thomás (cat.: Catalina Tomàs). Die einzige Heilige Mallorcas wird gerade in Valldemossa stark verehrt, im ganzen Dorf finden sich an den Häusern bunte Kacheln, die Legenden aus ihrem Leben erzählen. (Quelle: Wikipedia)

In dem Gebäudekomplex sind folgende Sehenswürdigkeiten beheimatet:

  • neoklassische Kirche, die von 1751 bis 1812 gebaut wurde
  • alte Apotheke des Kartäuserklosters mit Apothekergefäßen aus dem 17. und 18. Jahrhundert
  • Zellen Nr. 2 und Nr. 4, die von George Sand und Frédéric Chopin im Winter 1838/39 bewohnt wurden
  • das von Chopin benutzte und damals unter großen Mühen aus Frankreich herbeigeschaffte Pleyel-Klavier, auf dem er einige seiner Préludes komponiert hat
  • eine 1579 gegründete Druckerei mit einer Druckmaschine von 1662
  • Museum mit Werken des Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich-Toskana. Ausgestellt wird sein geographisches Werk „Die Balearen geschildert in Wort und Bild“
  • Museum für moderne Kunst, das Werke von Miró, Picasso, Coll Bardolet, Tàpies und Juli Ramis austellt

Öffnungszeiten:

  • März bis Oktober, geöffnet zwischen 9:30 Uhr und 18:00 Uhr
  • November bis Februar, geöffnet von 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr
  • Sonntags geöffnet von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr

Wer sich die Zeit nimmt, durch den Ort zu bummeln, sollte auch einmal bei der gotischen Pfarrkirche San Bartolome (aus dem Jahr 1245) oder dem einzigen über 100 Jahre altem Luxuslandhotel des Ortes vorbei schauen.
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Die Bilder haben wir während unseres Urlaubs im März 2014 geschossen.

Kartause von Valldemossa – historisches Kloster auf Mallorca
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Kommentare

3 Gedanken zu „Kartause von Valldemossa – historisches Kloster auf Mallorca“

  1. Anna Maria Zehentbauer sagt:

    Nach dem Lesen dieses aufschlussreichen Berichtes, möchte ich sofort verreisen.
    Palma de Mallorca wird zum Must-have.
    Die Kartause von Valldemossa zieht mich an.
    König Martin von Aragon, dem Gütigen, sei dank für deren Gründung.

    1. Stefan Hoffmeister sagt:

      ja, so ging es mir auch, als ich gestern den Artikel geschrieben habe. Da wollte ich gleich zum Flughafen und wieder in die weite Ferne…

      1. Anna Maria Zehentbauer sagt:

        Mein inneres Kind – mein *Es* – wäre sofort für das Verreisen.
        Zuerst wird noch mit Flash gespielt für eine Einsendeaufgabe (Ausbildung zur Multimedia-Designerin). https://plus.google.com/111634746643816111742/posts/9qhRcakvWDL

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