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Fertighaus: Ausbauhaus Anbieter richtig vergleichen

Der Traum vom Eigenheim wird beim Fertighaus in der Regel günstiger und schneller Realität, als bei einem Architektenhaus. Wer handwerklich geschickt ist, viel Zeit und Nerven mitbringt, kann durch Eigenleistungen beim Ausbauhaus zusätzlich Geld sparen. Entscheidend ist jedoch den richtigen Vergleich zu ziehen. In diesem Beitrag gebe ich eine Übersicht der Fragen, die man hier den einzelnen Anbietern stellen sollte.

Im Endeffekt geht es um die alte Frage nach dem Vergleich von Äpfel und Birnen. Leider ist der Hausbau Markt so wenig transparent, wie kaum ein anderer, den ich kenne. Die Hauptschwierigkeit besteht darin, dass man zumeist nur einmal im Leben ein Eigenheim errichten wird, sich dementsprechend wenig davor damit beschäftigt, wenn man nicht gerade beruflich in diesem Bereich tätig ist. Lassen sich etwa in der Computer Hardware Komponenten wie Prozessoren oder Arbeitsspeicher sehr gut miteinander vergleichen, ist dies beim Hausbau schon wesentlich schwieriger.

Nachdem ich bereits zu den Themen Kalkulation und Finanzplanung zwei längere Artikel geschrieben habe, möchte ich mich nun einer Fragen Matrix widmen, die bei der Wahl des richtigen Ausbauhaus-Anbieters helfen soll.

Wie finde ich den richtigen Ausbauhaus Anbieter?

3 Grundsatzfragen

Im gut sortierten Zeitschriftenhandel finden sich unzählige Fertighaus Ratgeber und Übersichten von Anbietern. Das Internet wirft eine hohe Zahl an Ergebnissen aus, sucht man nach „Fertighaus“. Doch wenn ich gezielt nach einem Ausbauhaus Ausschau halte, sollte ich zunächst diese drei Fragen stellen:

  • Lieferbereich: In welchem Umkreis von seinem Firmensitz liefert der Anbieter überhaupt? Kleinere Anbieter decken etwa nicht das gesamte Bundesgebiet ab. Andere sind auch in Österreich oder der Schweiz aktiv – die berühmte DACH Region.
  • Sind alle Entwürfe als Ausbauhaus verfügbar? Nicht jeder Fertighaus Hersteller bietet überhaupt die Option zum Ausbauhaus.
  • Gibt es definierte Ausbaustufen? Wenn ja, wie viele? Die Regel sind zwei bis fünf verschiedene Ausbaustufen.

Service und Hilfe des Fertighaus Herstellers

Liefert der Hersteller die Ausbaupakete ist ein Fehlkauf ausgeschlossen. Damit ist es aber noch nicht getan. Erkundige dich im Vorfeld nach Service, Baubegleitung und Hilfestellung.

  • Erfolgt die Lieferung der Ausbaupakete kostenfrei zur Baustelle?
  • Gibt es eine schriftliche Ausbauanleitung?
  • Werden How To Videos zur Verfügung gestellt?
  • Gibt es Schulungen für die Ausführungen bestimmter Gewerke?
  • Sind Bauleiter zuverlässig, auch am Wochenende, erreichbar? Laien werden hauptsächlich in den Abendstunden und am Wochenende an ihrem Eigenheim arbeiten.
  • Bietet der Hersteller Baustellenbesuche an? Wenn ja, wie viele und zu welchem Zeitpunkt?
  • Wie sieht die Finanzplanung aus? Wann sind welche Zahlungen fällig?

Für Eigenleistungen spricht, dass deren Wert bei den meisten Immobilien Finanzierern zum Eigenkapital hinzugerechnet wird. Setzt man auf die freiwillige Mithilfe von Helfern müssen diese jedoch bei der Berufsgenossenschaft Bau angemeldet werden.

Was kann selbst am Ausbauhaus gemacht werden?

Hier eine kleine Übersicht welche Gewerke der Bauherr selbst durchführen könnte.

  • Haushülle komplett und abschließbar – wird von allen Anbietern angeboten und in der Regel auch vom Hersteller ausgeführt. Hierunter versteht man im Grunde genommen den Rohbau. Es spielen natürlich Standfestigkeit, Statik und Gewährleistung eine zentrale Rolle.
  • Außenwände innen geschlossen. Bei der Fertigstellung des Trockenbaus kann der geneigte Bauherr bereits Eigenleistungen erbringen.
  • Auch nichttragende Innenwände stehen. Baut man mit Keller oder Dachgeschoss, könnte man sich für eine komplette Eigenleistung entscheiden.
  • Alle Wände Spachtelarbeiten.
  • Montage der Geschosstreppe.
  • Setzen der Innentüren.
  • Einbringung Estrich.
  • Fertigstellung der Sanitär Installation. Gemeint sind nicht die Objekte, sondern die tatsächliche Hinterwandinstallation, Verrohrung, etc. .
  • Ausführung Elektroinstallation.
  • Installation Heizung.
  • Verlegung von Leerrohren für Elektro-Nachrüstung. Das Internet of Things, bzw. Smart Home ist ein absolutes Trendthema, wenngleich zu erwarten ist, dass viele Anwendungen noch in der Anfangs- oder Pionierphase stecken. Wer dennoch bereits dafür gerüstet sein möchte, kann sich bereits entsprechend weitsichtig darauf vorbereiten.
  • Leerrohre Solaranlage. Das Problem liegt hier weniger in der Solartechnik an sich, sondern vielmehr in der noch nicht ausreichenden Möglichkeit den selbst gewonnenen Strom zu speichern und dann zu nutzen, wenn das Sonnenlicht nicht mehr zur Verfügung steht. Sprich in den Abend- und Morgenstunden. Zum Teil werden zwar sog. Sonnentanks beworben, auf Nachfrage erfährt man aber dann, dass hier noch deutlicher Verbesserungsbedarf besteht. Aus diesem Grund haben wir uns z.B. gegen eine Solarinstallation auf unserem Dach entschieden.
  • Malern, Spachteln, Tapezieren.
  • Fußböden, Fliesen.

Werden die Bauherren bei technischen Gewerken selbst aktiv, sollten sie eine externe Expertenabnahme einplanen. In manchen Bereichen ist dies ohnehin Pflicht – etwa Sanitär, Heizung, Elektrik.

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass Bodenplatte und Keller in der Aufstellung nicht vorkommen. Bei den meisten Bauanbietern sind diese ohnehin nicht im Angebotspreis enthalten. Zudem werden die Betonarbeiten immer von entsprechenden Firmen ausgeführt und wohl nur in den aller seltensten Fällen von Bauherren selbst.

Wenn du Anregungen oder Verbesserungsvorschläge hast, freuen wir uns über einen entsprechenden Kommentar.

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