Blog

eon Bayern, Baustrom und andere Ungereimtheiten

In meiner Checkliste vor der Aufstellung eines Fertighauses habe ich bereits über die notwendige Bereitstellung von Baustrom geschrieben. Da wir mittlerweile die ersten Rechnungen dafür erhalten haben, insbesondere „errechnete“ Abschläge von eon Bayern, möchte ich das Thema nochmals etwas ausführen.

Wie bei den meisten Bauanbietern überlässt es auch EBH Haus dem Bauherrn sich um die Versorger, inklusive dem Bauwasser und Baustrom, selbst zu kümmern. Der Antrag für den regulären Stromanschluss muss beim örtlichen Stromanbieter gemacht werden. In unserem Fall ist das Bayernwerk. Bayernwerk führt die Arbeiten dann nicht selbst aus, sondern beauftragt wiederum einen Dienstleister, der die Leitung verlegt und den Hauanschluss durchführt. Dies wiederum ist die Firma Enaco, in Maisach.

Von Bayernwerk haben wir einen Netzanschlussvertrag erhalten. Dessen Höhe betragen 1843,31 €, inklusive Mehrwertsteuer. Diese Kosten beinhalten den Hausanschluss Strom-Grundpreis. Kabel im Kundengrundstück. Brandschutzplatte. Inbetriebsetzung Stromanschluss. Da die Wanddurchführung und ein Leerrohr bereits von EBH Haus gestellt werden, erhält man dafür Gutschriften, die bereits eingerechnet sind.

Enaco hat angeboten auch das Telekomkabel zu verlegen. Die Telekom besteht allerdings auf einem eigenen Dienstleister. Leider ist es mir bisher, trotz mehrfacher Nachfrage, nicht gelungen die Telekom dazu zu bringen, auch Enaco mit der Verlegung der Telefonleitung zu beauftragen. Es wäre aus meinen Augen Unsinn, wenn die Trasse von zwei Dienstleistern aufgegraben wird. Wir werden in den nächsten drei Wochen sehen, wie sich das Ganze in der Praxis darstellt, weil in der Woche vom 09. September die Anschlüsse verlegt werden sollen.

Ihr könnt also sehen, dass die Versorgeranschlüsse eine Menge an Abklärung und Koordination bedeuten und sich leider nicht immer im Sinne des Bauherren leicht lösen lassen. Doch zurück zum Baustrom.

Das Problem mit dem Baustromkasten

Als unbedarfter Laie, der sich zum ersten Mal mit dem Hausbau beschäftigt, war mir nicht bewusst, dass ein örtlicher Elektriker nicht unbedingt einen, bzw. mehrere Baustromkästen sein eigen nennt. Um einen für unsere Baustelle zu reservieren, haben wir uns Anfang Mai einen gesichert. Die monatliche Miete beträgt 80.- € netto. Einmalig entfallen noch Kosten für An- und Ablieferung. Da wir den Kasten voraussichtlich von Mai bis September brauchen, rechnen wir alleine für den Baustromkasten mit annähernd 700.- €.

Allerdings wäre ein Kauf, der laut Auskunft des Elektrikers bei gut 2000.- € liegen würde, keine vernünftige Alternative gewesen.

Der Baustromkasten kann nur von einem örtlichen Elektriker angeschlossen werden. Dieser stellt ihn auf und verlegt vom nächst liegenden Verteilerkasten ein Stromkabel an die Aufstellungsstelle auf der Baustelle. Gegebenenfalls ist noch eine Absprache mit der Gemeinde und den Nachbarn notwendig, je nach dem wie das Kabel seinen Weg zum eigenen Grundstück findet.

Unser Elektriker verlangt für die Kabelverlegung, Arbeitsaufwand von Facharbeiter und Meister, monatliche Baustromkontrolle während der Nutzungsdauer und kleinere Material knapp 500.- €.

Damit der Baustromkasten in Betrieb genommen werden kann, muss ein Zähler von Bayernwerk angebracht werden. Hierfür fallen weitere 295.- € an.

Ohne eine KIlowattstunde Strom verbraucht zu haben, sind also schon 1500.- € fällig geworden. Wer dachte, so weit so gut, hat aber weit gefehlt…

Und dann kam eon Bayern…

Bis zum heutigen Tag hat uns niemand darüber informiert, dass der Baustrom von der eon berechnet wird und man für diese Leistung keinen anderen Stromanbieter wählen kann. Dies habe ich heute Abend jedenfalls durch ausgiebige Recherche im Internet herausgefunden. Natürlich haben wir ja für unsere derzeitige Wohnung einen alternativen Stromanbieter, zu einem wesentlich günstigeren Stromtarif.

So war ich ziemlich überrascht, als heute eine „Vertragsbestätigung“ von E.ON Energie Deutschland GmbH ins Haus flatterte. In dieser heißt es wörtlich:

Damit Sie alle wichtigen Informationen über ihren Vertrag kennen, haben wir ihre Daten zum Lieferbeginn am xxx auf den nächsten Seiten zusammengestellt. Hier sehen sie außerdem, wie sich der monatliche Abschlagsbetrag in Höhe von 504.- € Euro zusammensetzt.

Ja richtig gelesen – eon Bayern hat eine Abschlagshöhe von über 500.- € errechnet.

In dem Schreiben wird weder ein Preis pro Kilowattstunde, noch ein Anfangs- oder Endzählerstand genannt, der dieser Berechnung zugrunde liegt.

Vielleicht sei hier noch erwähnt, dass zum aktuellen Zeitpunkt lediglich die Bodenplatte errichtet wurde und seit Mittwoch die Hausaufstellung zugange ist. Nur für einen Tag wurde ein Trocknungsgerät eingesetzt, weil es zwischen dem ersten und zweiten Tag der Hausaufstellung etwas ins Haus geregnet hatte. Der Estrich wurde noch nicht aufgeheizt und wir setzen ohnehin eine Gasheizung ein. Wir können also keine überaus hohen Stromverbraucher ausmachen. Seit Inbetriebnahme des Baustromkastens, bis zum Tag der Rechnungsstellung sind genau 14 Tage vergangen.

Meine Recherchen ergaben zum Baustrom folgende Angaben:

Immobilienscout24 schreibt:

Wird der Verteiler später wieder abgebaut, liest der Netzbetreiber den aktuellen Stand ab und der Baustrom wird bedarfsgerecht und exakt abgerechnet. Bauherren sollten sich allerdings vorsichtshalber auf vergleichsweise hohe Kosten einstellen: Die Netzbetreiber setzen für den Baustrom meist relativ teure Tarife an und die Inanspruchnahme eines anderen, vielleicht günstigeren Stromanbieters ist für den Baustrom nicht möglich. Um einen verschwenderischen Umgang mit dem Baustrom zu vermeiden, sollte mit dem Bauunternehmen vereinbart werden, dass es die Stromkosten übernimmt.

Wie bereits geschildert kann der Netzbetreiber den Stand noch gar nicht wissen und eine vorherige Abschlagserrechnung basiert auf keinem realen Verbrauchswert. Eine Alternative ist leider nicht möglich.

Auf dem Blog „Wir bauen dann mal“ werden Baustromkosten am Ende der Bauzeit in Höhe von 2269.- € angegeben. Wobei im Kommentar der hohe Verbrauch erklärt wird:

Bautrockner (10 Tage), das Estrich-Programm der Heitzung (3 Wochen) und die Heizung lief lange exklusiv über Strom bis die Wärmepumpe angeschlossen wurde.

Diese hohen Stromverbraucher kamen bei uns (noch) nicht zum Einsatz. Auch bw-baublog.de erreicht hohe Stromkosten nur durch „die Aufheizphase für den Estrich durch die Wärmepumpe“ über den Baustrom.

Um es kurz zu machen: Ich kann mir nicht erklären, wie eon Bayern auf diese Zahlung kommt. Zudem finde ich die gesamte Vertragsbestätigung wenig transparent und lehne normalerweise „Knebelverträge“ ohne Wahlmöglichkeit ab. Zunächst habe ich eine Anfrage per eMail gestellt, mit der Bitte um Erklärung und transparente Aufschlüsselung der Berechnungsgrundlage. Sobald ich hier Neues weiß, werde ich ein Update zu diesem Post veröffentlichen. Falls einer meiner Leser einen sachdienlichen Hinweis zu diesem Thema hat, freue ich mich über einen Kommentar.

Update 12/2018:

Aufgrund einer Nachfrage im Kommentar, ein kurzes Update:

  • E.ON Stromabrechnung – August bis November 2014 – also in der Bauphase: 60,93 € brutto
  • Rechnung Elektriker – Rückbau Baustromkasten: 85,09 € brutto
  • Rechnung Elektriker – Aufbau Baustromkasten und Verlegung der notwendigen Kabel: 487,07 € brutto
  • Elektriker – Miete Baustromkasten, 3 Monate, mit Lieferung und Abholung: 357,- €
  • bayernwerk – Neuanschluss Einfamilienhaus: 1843,31 € brutto
  • bayernwerk – Anschlussprovisorium bis 80 A: 295,12 € brutto
eon Bayern, Baustrom und andere Ungereimtheiten
Beitrag teilen

Kommentare

5 Gedanken zu „eon Bayern, Baustrom und andere Ungereimtheiten“

  1. Ruben Grimm sagt:

    Hallo,

    es würde mich mal interessieren wie es hier weiter ging 🙂

    1. Stefan Hoffmeister sagt:

      Hi Ruben,
      kurz gefasst, die E.On hat die Abschläge und Rechnung nach unserem Einschreiten gekürzt und die realen, tatsächlichen Werte berechnet.

  2. Ruben Grimm sagt:

    danke für die Antwort 🙂

  3. Simon sagt:

    Hallo,
    ich bin auf diesen Blog aufmerksam geworden, da ich gerade erschricken war, was Bayernwerk für das Anschlussprovisorium haben möchte und ich nicht ganz verstehe, warum ein Stromkasten von Bayernwerke vor den Baustromkasten geklemmt werden muss. Zudem steht in meinem Antrag
    bayernwerk – Anschlussprovisorium bis 80 A: (mit Anschlusssäule) 910€ und nicht 295,12 € brutto
    Wurde bei euch von Anfang an 295,12€ angegeben?

    Danke und Grüße

    1. Stefan Hoffmeister sagt:

      Hallo,
      wie ich im Artikel geschrieben habe, berechnet Bayernstrom etwas für den Zähler vom Baustromkasten. Das waren bei uns damals 295.- €. Der wesentlich höhere Betrag entfällt dann später, wenn der feste Hausanschluss gelegt wird. Das ist meines Wissens ein Fixum. Möglicherweise haben sich die Beträge mittlerweile geändert, da ja bereits ein paar Jahre vergangen sind. LG, Stefan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.